Vilsalptal, Blässefall die Dritte

Aller guten Dinge sind drei… Da David und ich am Sonntag wieder vor der letzten Seillänge umkehren mussten, wollten wir diesen Mittwoch den Blässefall endlich komplett durchziehen.


Dieses Schmuckstück zieht im Vilsalptal in 220 spektakulären Klettermetern in Richtung der Blässe empor. Wir übernachteten am See in meinem komfortablen Busle, standen um 5 auf und starteten um kurz nach sechs in Richtung Fall. Unsere alte Aufstiegsspur nutzend kamen wir schnell voran. Durch den Bodennebel in der Dämmerung nur schemenhaft erkennbar baute sich der überdimensionale Flutschfinger vor uns auf.

Um halb8 stiegen wir ein. Die Seillängen tauschten wir dieses Mal, sodass David die erste und dritte abbekam. Er ging fast das ganze Seil aus, machte dann etwas unglücklich am einzigen von Wasser überspülten Aufschwung Stand. Beim Nachsteigen lief mir am Seil schön das ganze Wasser über den Ranzen. Allerdings wurde David auch gut eingeduscht 🙂

 

Mir gehörte die zweite Seillänge. Ich wählte eine etwas direktere Linie als David drei Tage zuvor und konnte nach 55m unter einem kleinen Felsvorsprung geschützt den zweiten Stand im Eis beziehen.

David stieg die dritte Länge bis zum ersten Bohrhakenstand vor. Unseren ursprünglichen Plan, komplett bis zum Ausstieg zurch zu gehen, ließ David aufgrund erhöhten Schraubenverbrauchs bald fallen. Ein solider Kettenstand hat ja auch was…

Bis hierher war ich schon zwei Mal gekommen, nun durfte ich im Vorstieg „Neuland“ erkunden. In einer angedeuteten Verschneidung sah das Ganze von unten nicht sehr steil aus. Wie so oft schaut die Sache aber ganz anders aus, wenn man erst mal drin steckt.


Viele schneedurchsetzte und röhrige Passagen ließen keine Langeweile aufkommen. Meine Waden brannten schon ordentlich, als ich in einem letzten Kraftakt die 4-5m 85° steiles Eis bis zur Kante hoch bollerte. Nun zeigte sich auch, dass es die richtige Entscheidung war, nicht in 3 Seillängen durch zu gehen. Es findet sich nämlich ein weiterer solider Bohrhakenstand: Man folgt etwa 15m nach der Kante dem flachen Bachlauf und findet auf der rechten Seite an einem Fels eine Kette mit zwei 10mm-Bohrhaken. David kam nach, wir seilten ab, bevor die Sonne in den Fall kam. Bereits kurz nach Mittag konnten wir uns im Gasthaus am See schon das Sieger-Weizen genehmigen.

Der Fall war in gutem Zustand, wenn auch teilweise anspruchsvoll zu sichern. Im oberen Teil gab es öfters Schneeeinschlüsse und Hohlräume, man musste sich schon vorher überlegen, wo man eine Schraube setzen will. Ich bin jedenfalls happy über den sauberen Rotpunkt-Durchstieg. Es war ein wunderschöner Tag! Anbei noch eine Topo mit unserer Linie. „O“ steht für Eisstand, „XX“ für einen Bohrhakenstand. Der letzte Stand befindet sich wie beschrieben etwa 15m nach der Kante (im Aufstiegssinn) rechts.

Hier noch die Bilder als Galerie:

Über Bene

I bin da Scheef vo dera Seitn do!
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