Gimpel Neue Süd + Südwestrampe

Das Wetter ist gut, die Prüfungszeit noch in weiter Ferne. Was liegt also näher, als die menschenleeren Tannheimer heimzusuchen? Also ging´s mit der Evi wieder an die Gimpel-Südwand.
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Um halb 8 starteten wir hochmotiviert und mit im Vergleich zum Eisklettern ungewöhnlich leichten Rucksack am Parkplatz Nesselwängle.
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Momentan kann der BOCK! noch relativ ungestört grasen, sowohl unterhalb der Baumgrenze als auch im Bereich der Roten Flüh waren einige Gämsen zu sehen.
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Ein weiteres Highlight in der Gebirgsfauna stellt der gemeine Schneekäfer dar. Zuerst von Felix und mir letztes Frühjahr im Verwall entdeckt, ernährt sich dieser vermutlich von Schnee und dient der Schneespinne als Nahrung…
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Der Zustieg war ab dem Gimpelhaus im tiefen Sulzschnee teils etwas mühsam. Dennoch waren wir nach zwei Stunden am Direkteinstieg der “Neuen Süd”, wo wir neugierig vom Chef-Bock beäugt wurden.
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Die ersten vier Seillängen kannte ich ja schon, deshalb war die Wegfindung kein Problem. Um sie wieder an den Fels zu gewöhnen, jagte ich die Evi gleich mal in die erste, mit VI bewertete Seillänge, welche sie auch bravourös meisterte.
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Die zweite SL kannte ich schon von meiner letzten Begehung mit Felix und Mari. Deshalb konnte ich diesen Vorstieg ohne Wegfindungs-Stress genießen. Sie leitet über eine Felsrippe in eine große, markante Verschneidung. Evi durfte die dritte Länge vorsteigen, die aus der Verschneidung heraus über eine Platte und eine Rinne auf das große Schuttband in Wandmitte leitet.
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Nachdem ich den schotterigen Teil in der vierten Seillänge gequert und den Stand an der großen Sanduhr erreicht hatte, ging´s nun an´s Eingemachte. Hier begingen wir vor drei Wochen Routenflucht. Heute sollte der interessante Teil aber gemeistert werden. Also stieg ich den Einstiegswulst hoch und konnte den ersten Clip an einer “SchiSchli”(=”Schimmelschlinge”) machen.
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Leider entschwand ich danach dem Blick der Kamera, deshalb gibt es keine Fotos vom interessanten Teil. Nun folgt eine etwas knifflige und schmierige flache Verschneidung bis unter den berühmten Überhang. So weit, so gut, nach zwei Erkundungsvorstößen mit Rückzug in eine gute Ruheposition musste ich mich dann doch rein setzen. Nach kurzem Ruhen konnte ich die mit VII- bewertete Schlüsselstelle dann frei gehen, der Rotpunkt muss dann bei der nächsten Begehung fallen! :-)

Evi kam hinterher und stieg die nächste, sehr schöne Länge durch eine Rinne vor. Hier konnte man in einem Körperriss stemmen und drücken, danach quert die Länge links auf eine wunderschöne Platte hinaus.
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Der Rest der Route besteht aus etwa 40m leichtem Gelände bis zum Gipfel. Hier verewigten wir uns kurz im Gipfelbuch und seilten danach über die Route ab. Dies ist nur ratsam, wenn niemand unter einem klettert, da man zwangsweise Einiges an Abraum hinunter schickt. Die Tour ist wunderschön, in festem Fels und schonend saniert. Die Schlüsselstelle ist ordentlich ausgesetzt aber gut mit BH gesichert. Verdient auf jeden Fall 4/5 Sternchen!

Es war erst knapp zwei Uhr nachmittags, also zogen wir noch die Südwestrampe weg. Zwei schöne, “nicht immer feste” Seillängen im fünften Grad eine markante Rampe hoch, die kurz unter der Stelle “Nur Mut, Johann” auf den Westgrat trifft. Ganz nett, nicht zwingend aber schön.
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Auch hier seilten wir über die Route ab. Nachdem wir abgerödelt hatten, rutschten wir bis ins Gimpelkar auf dem Hosenboden und marschierten dann zügig ins Tal zurück. Um halb 5 waren wir wieder am Auto. Danke Evi für die nette Begleitung!

Touren:
- Gimpel “Neue Südwand”, VII-/V+ A1, 7SL, 230m, EB: M. Schweiger, L. Huber 1938
- Gimpel “Südwestrampe”, V, 120m, EB: unbekannt

Material:
- 60m Doppelseil, 10 Expressen, kleiner Satz Friends & Keile, das übliche Standmaterial

Topos:
- Panico “Kletterführer Allgäuer Alpen”
- Toni Freudig “Klettern auf der Tannheimer Sonnenseite”
- evtl. DAV-Karte 1:25000 Blatt BY5 “Tannheimer Berge”

Über Bene

I bin da Scheef vo dera Seitn do!
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